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Externe Terminaladapter |
EXTERNE TERMINALADAPTER
ALLGEMEINES
KOMMANDOSPRACHE
SOFTWARE
EIGENSCHAFTEN
ISDN-PROTOKOLLE
B2-Schicht Protokolle
B3-Schicht Protokolle
HYBRID-ADAPTER
EINSCHRÄNKUNGEN
ANSCHLUß
PREISE
Neben den im ersten Teil schon beschriebenen internen ISDN-Karten gibt es auch die externen Terminaladapter (TA). Diese haben gegenüber den internen Karten den Vorteil, daß sie sehr einfach in jedes System eingebunden werden können und man sie unter jedem Betriebssystem (also z.B. auch unter Linux, NetBSD, AmigaOS, MacOS, NT, BeOS etc.) nutzen kann. Da sie an die serielle Schnittstelle des Rechners angeschlossen werden, sind keine systemspezifischen Sonderlösungen für ISA,- PCI-, ZORRO-, NuBus wie bei den internen Karten nötig (bei PCs der INTEL-Welt spart man sich dadurch zusätzlich die ohnehin schon knappen IRQs und I/O-Adressen, welche zudem bei internen Karten noch konfiguriert werden wollen). Man braucht auch keine extra Treiber, da die Terminaladapter über das im Betriebssystem übliche Serial-Device angesprochen werden.

Abb. 1: externer ISDN-Adapter Omni 128
Als Kommandosprache wird der Hayes- bzw. AT-Befehlssatz verwendet, der sich schon bei den analogen Modems bewährt hat. Bei dieser Kommandosprache werden die Befehle einfach als ASCII-Zeichen mit vorangestelltem "AT" an das Gerät geschickt. Beispielsweise schaltet folgender Befehl den Terminaladapter ZyXEL Omni TA 128 auf das Protokoll HDLC für synchrones PPP um: "AT B40". Dieses Kommando kann man an den Terminaladapter schicken, indem man es einfach in ein beliebiges Terminalprogramm tippt, oder auf die serielle Schnittstelle kopiert. Leider sind die ISDN-spezifischen Befehle als Erweiterung des Hayes-Befehlssatzes nicht standardisiert, so das es manchmal nötig sein kann in manchen Programmen den Init-String zu konfigurieren (dies ist in allen bekannten Programmen möglich). Allerdings braucht man aber im Normalfall nur wenige dieser nicht genormten ISDN-Kommandos, der Rest der Befehle entspricht dem AT-Standard (z.B. ATD <Nummer> zum Wählen (dial) einer Telefonnummer. Der Verbindungsaufbau geschieht dann automatisch und sobald man die CONNECT-Meldung erhält, kann man schon seine Daten an die andere Seite schicken). Da man natürlich nicht immer alle Kommandos auswendig kennt, gibt es eine Online-Hilfe in den Geräten, die als Antwort eine Kurzbeschreibung der verfügbaren Kommandos liefert. Man kann außerdem die Default-Settings des ISDN-Adapters so abändern und speichern, daß man später keine Änderungen in den Einstellungen der Anwendungsprogrammen mehr vornehmen muß. Manchen Terminaladaptern liegt zusätzlich ein CAPI-Treiber bei. Dieser ist bei externen Adaptern aber meist überflüssig und läuft oft nur unter Windows.
Ein weiterer Vorteil von externen ISDN-Adaptern ist es, daß man jedes Programm das mit Modems arbeitet auch sofort für den TA benutzen kann. Dazu zählen z.B. alle üblichen Terminalprogramme (z.B. ZTerm (Mac), Telemate (DOS), Term (Amiga) etc.), Internetdailer und Netzwerkstacks (z.B. FreePPP (Mac), Miami (Amiga), Trumpet Winsock (Win) etc.) sowie Provider-Software (T-Online (Win), AOL (Win95) etc.).

Abb. 2: Rückseite des Omni 128 mit 2xSeriell, S0 und 2 analog Schnittstellen (a/b-Wandler)
Ein praktischer Nebeneffekt des seriellen Anschusses ist es, daß mehrere Rechner sich einen Terminaladapter teilen können. Dies läßt sich z.B. durch eine einfache handelsübliche Umschaltbox realisieren. Manche Terminaladapter (z.B. ZyXEL Omni 128) sind aber auch schon zwei serielle Schnittstellen ausgerüstet. Ein weiterer Pluspunkt von externen Terminaladaptern ist es, daß man durch die Status-LEDs (das Omni 128 hat z.B. 19 LEDs) immer sieht was auf der Leitung bzw. im TA vor sich geht. So fällt es z.B. sofort auf, wenn die Leitung noch aktiv ist und Gebühren kostet, obwohl z.B. Windows schon längst zusammen mit allen Anwendungsprogrammen abgestürzt ist. Dann kann man mit einem Griff zum Schalter des ISDN-Modems einfach die Leitung unterbrechen.
Die Geschwindigkeit von externen ISDN-Adaptern ist mit 64 KBit/s identisch zu den internen ISDN-Karten und liegt damit etwas höher als die heute maximale Geschwindigkeit von analogen Modems, welche unter idealen Umständen gerade 56 KBit/s erreichen. Der effektive Datendurchsatz liegt bei ISDN ohne Kompression bei 6-8kByte/s (ein analoges Modem mit 33 600 Bit/s kann mit Kompression effektiv allerdings schon über 8,5 KByte/s schaffen). Durch die Bündelung von zwei B-Kanälen läßt sich die Geschwindigkeit etwa verdoppeln. Allerdings muß man dann die Kosten für zwei Leitungen bezahlen. Zur Zeit ist es allerdings noch nicht möglich die Kanalbündelung zwischen Geräten beliebiger Hersteller zu benutzen, da sich hier eine Standardisierung noch nicht durchgesetzt hat (manche Geräte unterstützen aber immerhin schon MPPP und das Multiple Link Protocol). Gegen die Kanalbündelung spricht auch der doppelt so hohe Verbindungspreis. Bei der Kanalbündelung sollte man zudem bedenken, daß bei zwei B-Kanälen 256 KBit/s (je 64Kbit/s pro Kanal und Richtung) anfallen und man somit am Rechner eine serielle Schnittstelle benötigt, die diesen Datenstrom auch bewältigen kann. Herkömmliche Schnittstellen können mit einer Geschwindigkeit von bis zu 115 200 Bit/s arbeiten. Highspeed-Schnittstellen können dagegen bis 921 600 Bit/s erreichen, was auch für eine Kanalbündelung bei aktiver Kompression mehr als genug sein dürfte. Bei solchen hohen Geschwindigkeiten muß natürlich auch die Qualität des seriellen Kabels besser sein als bei nur 115 200 KBit/s. Dies kann man z.B. durch abgeschirmte, kürzere Kabel erreichen.
Auch die Kompression von Daten bei ISDN-Verbindungen ist nicht genormt und funktioniert somit nur zwischen Geräten mit gleichem Hersteller. Durch den Einsatz von Softwarekompression kann man die effektive Geschwindigkeit auf 12-13 KByte/s steigern.
Entsprechend dem ISO-Schichtenmodell wird die Übermittlung von Daten über einen ISDN-B-Kanal in Schichten unterteilt. Im ISO-Modell ist die erste Schicht (physical layer) für das Übertragungsmedium zuständig und gehört daher zur Hardware. Die B2-Schicht realisiert je nach Aufgabenstellung eine transparente oder paketweise fehlerkorrigierende Datenübertragung. Die B3-Schicht kümmert sich um die Zuordnung der Datenpakete für unterschiedliche Applikationen, die zur gleichen Zeit dieselbe Verbindung nutzen. Wenn nur eine Anwendung die Verbindung benutzt, ist das B3-Protokoll überflüssig und kann auf transparent gestellt werden.
Praktisch alle Terminaladapter beherrschen heute X.75, welches bei ISDN-Mailboxen und bei manchen Internet-Providern angewendet wird. Das HDLC-Protokoll (und die damit mögliche Unterstützung der synchronen Übertragung von PPP-Paketen) wird oft für den Internetzugang verwendet. Auch diese Protokoll incl. der Synchron-Asynchron-Wandlung für PPP wird von fast allen ISDN-Adaptern unterstützt. Manche ISDN-Adapter beherrschen außerdem noch die Protokolle V.120 (64 KBit/s mit Fehlersicherung) und V.110 (38,4 KBit/s), die allerdings in Deutschland praktisch keine Bedeutung haben (Ausnahme: CompuServe).
Alle bekannten Terminaladapter können in der B3-Schicht des ISO-Paketierungsmodells das Protokoll T70NL zur Kommunikation mit T-Online (bzw. BTX). Weniger weit verbreitet ist das ISO 8208-Protokoll für die Übertragung von Dateien nach dem Euro-Filetransfer-Protokoll.
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DienstB3-Schicht |
B2-Blocklänge |
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Mailbox |
X.75 |
transparent |
2048 |
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Euro-Filetransfer |
X.75 |
ISO8208 |
130 |
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BTX |
X.75-Btx |
T70NL |
30 |
|
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CompuServe |
V.110 |
transparent |
beliebig (autom.) |
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Fernsprechen |
transparent |
transparent |
beliebig |
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Externe Terminaladapter können keine Verbindungen zu analogen Gegenstellen aufbauen, d.h. man kann keine Mailbox mit analogem Modem erreichen oder ein Gruppe 3 Fax verschicken. Wenn dies nötig sein sollte, kann man auf einen Hybrid-Adapter (auch Kombi-Adapter genannt) ausweichen, welcher einen analogen Teil (Analog-Modem und oft Fax/Anrufbeantworter-Funktion) und einen digitalen ISDN-Teil enthält. Allerdings ist es manchmal billiger einen einfachen ISDN-Adapter und ein zusätzliches Analog-Modem zu kaufen. Es gibt zwar auch die Möglichkeit mit einer Softwareemulation eine Analog-Kommunikation nachzubilden, aber von dieser Lösung ist abzuraten, da diese Lösungen bei Fax nur 9600 Bit/s beim Senden und 4800 Bit/s beim Empfangen eines Fax und bei Modemverbindungen sogar nur 2400 Bit/s erreichen.
Bei ISDN benötigt jeder Dienst - ob Fernsprechen, Datenübertragung oder BTX - andere Protokolleinstellungen. Die bei analogen Modems übliche Möglichkeit zur automatischen Erkennung von Protokollen fehlt bei ISDN. Somit muß vor dem Verbindungsaufbau manuell sichergestellt werden, daß die Protokolle der beiden Endeinrichtungen übereinstimmen. Bisher gibt es nur zwei Hersteller, die (unabhängig voneinander) ein Verfahren zur automatischen Protokollerkennung bei eingehenden Anrufen entwickelt haben.
Wie schon erwähnt wird der externe Terminaladapter an die serielle Schnittstelle des Rechners angeschlossen. Für die Verbindung an die ISDN-Leitung der Telekom muß noch der S0-Bus (z.B. vom Netzwerk-Terminator NT) angeschlossen werden. Zur Stromversorgung wird meist ein kleines externes Netzteil (5V) mitgeliefert. Optional kann man an mache ISDN-Adapter noch einen weiteren Rechner an eine zweite serielle Schnittstelle oder Analog-Telefone an den a/b-Wandler-Ausgang anschließen. Nach dem Einschalten des Terminaladapters kann er sofort von den DFÜ-Programmen benutzt werden.
Preise
Kombi-Adapter kosten heute zwischen 800 und 1800 DM. Der Preis hängt natürlich sehr von der Ausstattung der Geräte ab, aber nicht immer ist das teuerste Gerät auch das beste. Relativ gute Geräte liegen bei ca. 1200 DM. Die Preise für reine ISDN-Adapter liegen zwischen 300 und 1200 DM. Hier findet man heute recht gute Geräte schon um 500 DM. Damit sind viele externe Terminaladapter billiger als interne ISDN-Karten, besonders für nicht IBM-kompatible Rechnern (interne Karten für Amiga: 700DM (ISDN-Master2), für Mac: 1700DM (Leonardo)). Bei INTEL-Rechnern ist dagegen eine passive Karte, die schon unter 200 DM zu haben sind, die billigere Lösung.
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